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So plant Ihr einen Auslandsaufenthalt richtig

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Ihr wollt die Welt sehen? Fremde Länder bereisen und tolle Menschen kennenlernen? Und dabei noch etwas lernen oder euch für etwas einsetzen? Dann ist ein Auslandsjahr das Richtige für euch. Aber einfach die Koffer packen, Ziel suchen und losfliegen – so leicht ist es dann doch nicht. Damit dieses einmalige Erlebnis nicht zum Fiasko wird, geben wir euch Tipps, wie euer Auslandsjahr in Sachen Planung und Durchführung zum Erfolg werden kann.

Welcher Auslandsaufenthalt darf es sein?

Auslandsaufenthalt ist nicht gleich Auslandsaufenthalt, dass muss euch klar sein. Es gibt viele verschiedene Varianten:

Schüleraustausch

Zunächst ist da der Schüleraustausch. Wie der Name schon sagt kommt Ihr in eine Gastfamilie und müsst normalerweise im Gegenzug das Kind aus der Gastfamilie bei euch aufnehmen. Im Gastland besucht Ihr die hiesige Schule und macht alles mit was ansteht, auch normalen Unterricht. Organisiert wird das ganze üblicherweise von der Schule. Einen Schüleraustausch für Sprachkenntnisse und Kultur zu nutzen ist in diesem Alter (in der Regel 15 bis 18 Jahre) zugegebenermaßen nicht so leicht. Meine Erfahrung war, dass Partys und Kontakte zum anderen Geschlecht wichtiger waren als das Lernen. Spaß macht es auf jeden Fall und Ihr bekommt es mit der Lebensweise der Gastfamilie zu tun. Mit allem was dazu gehört: Fremdes Essen, fremde Gewohnheiten – die schneller eure eigenen werden als Ihr denkt.

Au-Pair

Alternativ könnt Ihr einen Au-Pair- Aufenthalt machen. Dann betreut Ihr bei eurer Gastfamilie die Kinder. Das kostet euch in der Regel nichts, Ihr bekommt sogar Geld dafür. Freizeit habt Ihr natürlich auch, was mit etwas Lohn doppelt so viel Spaß macht. Au-Pair ist allerdings eine verantwortungsbewusste Aufgabe und sollte nicht ganz auf die leichte Schulter genommen werden. Als Au-Pair könnt Ihr schon während der Schulzeit arbeiten.

Sprachreisen

Immer gut und lehrreich sind Sprachreisen. Das Feld ist groß, wenn es um Sprachreisen geht: Ein paar Wochen, mehrere Monate, intensiv oder weniger intensiv, als Urlaub oder Sprachkurs – alles ist möglich. Hier sollte vor allem natürlich die Sprache Auswahlkriterium sein, die du lernen willst, denn darum geht es am Ende. Erst in dem jeweiligen Land lernst du die Sprache, nicht aus dem Lehrbuch: Redewendungen, Betonung, Vokabular – da kommt es auf Praxis an. Wenn du später Sprachen an der Uni studieren willst, dann sind Auslandsaufenthalte Pflicht und oft wird schon bei der Bewerbung ein Sprachtest gemacht. Und es ist nicht so, dass Sprachreisen Arbeit sind: Du bist immer noch in einem fremden Land und kannst die Kultur dort kennenlernen und hast genug Freizeit.

Work & Travel

Solltest du kein Schüler mehr sein und hast trotzdem Ambitionen, ins Ausland zu gehen, dann mach Work & Travel. Wie der Name sagt arbeitest du in dem fremden Land. Du verdienst also richtig Geld und finanzierst dir damit deinen Aufenthalt.

Auslandssemester

Auch Unis bieten Auslandsaufenthalte an. Ich bin nach England gegangen, um dort an ein Jahr an einer Uni zu studieren. Vorher musste ich allerdings einen Sprachtest machen und Auskunft über meine Finanzen geben. Klar: Die Uni wollte wissen, ob ich mich verständigen und die Gebühren zahlen kann. Hier darf das ERASMUS-Programm der EU nicht unerwähnt bleiben. Das Programm fördert Lehraufenthalte, Auslandspraktika, Studienaufenthalte und vieles mehr – auch finanziell!

Habt Ihr euch entschieden, fehlt noch das Ziel. Hier gilt: Erlaubt ist was Spaß macht. Allerdings gibt es natürlich Länder, die teurer sind als andere, oder die spezielle Regelungen und Bestimmungen haben, was zum Beispiel Arbeiten in dem jeweiligen Land betrifft. Hier solltet Ihr euch vorab unbedingt informieren.

Gut organisiert ins Ausland

Die Planung und Ausführung kann privat oder über spezielle Organisationen und Programme erfolgen.
Den Auslandsaufenthalt privat zu planen ist zwar aufwändiger, aber durchaus möglich. So habe ich es bei meinem Auslandsjahr in England gemacht. Der Kontakt zur Uni war dabei das wichtigste. Deren Anforderungen musste ich schließlich erfüllen. Im EU-Ausland ist ein privat organisierter Auslandsaufenthalt im Grunde kein Problem, da oft ähnliche Bestimmungen gelten. Schwieriger wird es im nicht-europäischen Ausland. Visa-Bestimmungen, Organisation der Gastfamilie und Uni oder Schule – das kann aus der Ferne sehr langwierig sein. Gerade wenn Ihr die Landessprache noch nicht gut sprecht.
Deshalb ist es bequemer, sich an eine Organisation zu wenden. Von Adolesco über Hausch & Partner bis hin zu TravelWorks und Xplore gibt es über 60 Stück. Da ist bestimmt eine passende für euch dabei. Eine Liste findet Ihr hier auf Focus.de.
In der Regel müsst Ihr euch bei diesen Organisationen bewerben. Wie das abläuft, hängt von der jeweiligen Institution ab, also solltet Ihr euch da zuerst informieren.

Bleiben noch die Kosten: Die können zwar ganz unterschiedlich sein, aber es gibt ein paar Ausgaben, die du in jedem Fall berücksichtigen solltest: Reisekosten, Studiengebühren, Wohnungskosten, Versicherungsbeiträge im Ausland (zum Beispiel Krankenversicherung) und natürlich Kosten für Lebensmittel und Freizeitvergnügungen (in die Disco wollt Ihr schließlich auch mal). Außerdem solltet Ihr nicht vergessen, dass beispielsweise eure Wohnung in Deutschland auch weitergezahlt werden muss.
Je nachdem in welches Land Ihr reist, wird es natürlich teurer. Es macht eben einen Unterschied, ob es in die USA oder nach Tschechien geht. Wer nun meint, er könne sich das nie leisten, dem sei gesagt: Ein Jahr zu Hause kostet ebenfalls, und sparen hilft in jedem Fall. Wenn dies immer noch nicht reicht und Eltern und Verwandte nichts dazugeben können, dann gibt es immer noch Stipendien oder Geld aus den Töpfen gemeinnütziger Organisationen.
Und noch ein Tipp: Die Geldfrage wird zumindest psychisch einfacher wenn Ihr die Reise als Investition für die Zukunft seht und nicht einfach als Urlaub, in dem Ihr euer Geld verpulvert.

Was sich jetzt nach einer Menge Organisation und Gedanken machen anhört, ist in der Praxis oft gar nicht so schwer. Es gibt immer jemanden, der euch unterstützt, ob Lehrer oder Uni-Organisation. Wenn Ihr es Schritt für Schritt und mit unseren Tipps im Hinterkopf angeht, dann könnt Ihr im Ausland die schönste Zeit eures Lebens haben. Ich weiß wovon ich rede: Von meinen zwei Semestern England schwärme ich bis heute! Also rafft euch auf und informiert euch!

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