Babyhand und Erwachsenenhand

Zwischen Vorlesung und Windeln: So klappt’s mit Kind im Studium

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Es gibt Ereignisse im Leben, für die gibt es weder einen falschen noch einen richtigen Zeitpunkt: Ein Kind ist eines dieser Ereignisse. So groß die Freude über den kleinen Schreihals auch sein mag, wer nebenbei noch mit Referaten, Klausuren und der allgemeinen Organisation seines Studiums zu kämpfen hat, kann ganz schön ins Schwitzen kommen. Mit unseren Tipps wird euer Leben an der Uni etwas stressfreier – und die Zeit mit eurem Kind etwas schöner.

Studium mit Nachwuchs: Viele reagieren verständnisvoll

Zur Organisation des Studiums sagen wir nur eines: Traut euch was! Viele Dozenten sind erstaunlich flexibel und verständnisvoll, wenn es um Abgabetermine und Prüfungsleistungen geht. Meine Erfahrung ist: Wer offen damit umgeht, dass ein Kind nun einmal viel Zeit in Anspruch nimmt, findet in der Regel auch ein offenes Ohr bei Professoren und Dozenten. Da wird eine Hausarbeit dann um ein paar Wochen verschoben, und Prüfungstermine werden so gelegt, dass es mit der Kinderbetreuung zumindest einigermaßen passt. Das solltet ihr aber wenn möglich unbedingt vor dem Semester abklären. Bei den Kommilitonen ist es ähnlich: Referate werden dann bei einer guten und verständnisvollen Gruppe so aufgeteilt, dass man sich noch lang genug dem Kind widmen kann.
Wenn alle Stricke reißen wird die Familie mobilisiert: Großeltern, Eltern, zur Not sogar Freunde springen sicher gerne ein, wenn sich eine Prüfung gar nicht verschieben lässt.

(K)Eine Frage des Geldes

Finanziell seid ihr auf jeden Fall im Vorteil. Wer in einem Bundesland lebt, dass noch Studiengebühren hat, der kann einen Antrag zur Befreiung stellen. Wer zum Beispiel Angehörige pflegt oder eben eben ein Kind (unter 14 Jahren) betreuen muss, dem steht eine Befreiung von Studiengebühren zu. In der Regel zumindest, auch da solltet ihr euch genau informieren.
Außerdem könnt ihr bei der Agentur für Arbeit Erstausstattungsbeihilfe beantragen. Beim Bafög-Amt solltet ihr ebenfalls vorbei schauen. Dort könnt ihr unter Umständen eine Verlängerung der Förderhöchstdauer beantragen. Auch Wohngeld könnt ihr dort beantragen.
Was das Finanzielle anbelangt, sagen wir nur: BMFSFJ. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat eine vollgepackte Internetseite mit wertvollen Tipps zum Thema Finanzen. Den Link haben wir hier: http://www.bmfsfj.de/

Viele Unis sind kinderfreundlich. Wenn es einmal gar nicht geht und ihr das Kind mit in die Uni nehmen müsst, dann findet ihr in vielen Mensas Spielecken und Kinderstühle. Viele Unis haben auch eine eigene Kindertagesstätte angeschlossen. Dort kann euer Kind dann nach Herzenslust herumtollen während ihr Vorlesungen und Seminare besucht.
Und weil nichts ohne offiziellen Titel geht, gibt es in diesem Fall den der „familiengerechten Hochschule“. Den haben zum Beispiel die Uni Oldenburg, die Uni Bochum, die Uni Hamburg, die TU Clausthal und viele andere Universitäten. Eine Liste findet ihr hier.

Wenn ihr glaubt, nicht mit eurem Studium zurande zu kommen, dann können wir Entwarnung geben: Elternzeit und Studium ist möglich. Lediglich für Erwerbstätige gibt es da Auflagen. Wenn allerdings der Partner Elternzeit nehmen kann, dann ist viel gewonnen. Muss das Kind gestillt werden, hilft das in den ersten Monaten zwar auch herzlich wenig wenn die Mama studiert, aber wenn die Stillzeit vorbei ist, geht vieles entspannter.
Generell solltet ihr euer Studium aber nicht zu voll packen. Mit Kind laufen die Uhren anders, und das Leben ist stressig genug. Drei Hausarbeiten, zwei Klausuren und ein schreiendes Kind mit Koliken? Das können nur die ganz harten leisten. Macht euch To-Do-Listen, sprecht mit eurem Partner und macht lieber weniger Sachen richtig gut als alles solala.

Nehmt euch mit einem Urlaubsemester eine Auszeit

Wenn euch trotzdem alles zu viel wird oder ihr kurz vor der Geburt steht: Beantragt ein Urlaubssemester! Der Vorteil: Das Urlaubssemester wird nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet und verschafft euch somit Freiraum. Vor allem wer Bafög beantragt, sollte sich diese Option unbedingt offen halten! Zum Problem könnte allerdings werden, dass ihr euren Studentenstatus verliert. Wer zum Beispiel einen Job als Werkstudent hat oder haben will, guckt in die Röhre.
Wenn ihr trotzdem noch weiterlernen wollt, dann ist ein Lernraumsemester das Richtige für euch. Diese Art von Urlaubssemester gibt es nicht an allen Unis. Der unschlagbare Vorteil: In einem Lernraumsemester könnt ihr zum Beispiel weiterhin Prüfungen ablegen – wenn ihr möchtet. Lernraumsemester werden allerdings auf die Regelstudienzeit draufgeschlagen.

So chaotisch eine Uni manchmal aus sein kann, wenn es um die Organisation geht, gibt es dennoch viele Anlaufstellen, an die ihr euch als junge Eltern wenden könnt. Das Studentenwerk ist eine davon, Asta, Gleichstellungsbeauftragte und die Sozialberatung sind weitere Stellen, die euch bestimmt weiterhelfen werden.

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